Ardbeg geht unter die Haut!

Also erst dachte ich ja, wie kann man nur so bescheuert sein, irgendwo hört es doch einmal auf mit der Liebe! Aber lassen sich nicht viele auch irgendwelche chinesischen Zeichen in die Haut stechen (ja, auch ich gehöre dazu), von denen sie nicht wissen, ob sich vielleicht der sympathisch lächelnde Tätowierer einen üblen Scherz erlaubt hat?

Vielleicht laufe ich ja schon seit Jahren mit „Depp“ statt „Liebe“ auf dem Oberarm durch die Welt? Im Vergleich dazu wäre ja dann „Ardbeg“ keine schlechte Wahl…

Hier einige Beispiele von Menschen, die das ewige Bekenntnis zu Ardbeg abgelegt haben:


Ein klein wenig in die Länge gezogen, aber vielleicht hat das ja auch nur der Typ beim Runterziehen des Pullis gemacht. Ansonsten, hat doch was!


Dieses hier gefällt mir noch leicht besser. Man beachte auch den farblich schön abgestimmten Pullover. Top!


Und hier, na ja, da gefällt mir zwar das Logo, aber…

Fazit: Also ich glaube, ich überlege mir das Ganze nochmals in Ruhe, wobei so rechts hinten auf dem Schulterblatt…

 

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Wasser ist zum Waschen da…

… und auch zum Whisky strecken, kann man es entzwecken.

alban Aber das mit dem Wasser im Whisky ist so eine Sache. Während die Einen mit der Pipette zwei, drei Tropfen ins Glas künstlern, kippen andere mutig dutzende Tropfen aus dem Krug in den Whisky. Jeden so wie er es mag. Mir ist es schon oft passiert, dass ich einen Whisky mit Wasser verdünnte und das Resultat punktgenau meinen Geschmack traf. Aber oh Schreck, beim nächsten Mal brachte ich die so geliebte Mischung einfach nicht mehr hin.

Ich habe mich damit abgefunden, dass jeder verdünnte Whisky anders schmeckt als der davor, bis ich im Internet auf den Begriff „Aräometer“ stiess. Eine Senkwaage zum Bestimmen des Alkoholgehaltes. Gesehen habe ich solche Aräometer schon oft, aber eine Verwendung für den privaten Gebrauch habe ich darin bisher noch nicht gesehen. Aber genau dieses Ding würde doch mein Problem vom „Wie viel Wasser, für wie viel Whisky“ lösen. Und so dachte ich mir: Fertig mit Tröpfchen zählen, ab jetzt wird gemessen!

Also habe ich mir ein Aräometer samt dazugehörendem Messzylinder bestellt und begann zu experimentieren. Als Versuchsobjekt musste ein Bowmore Tempest 10 Jahre alt mit 56% Alkoholgehalt hinhalten. Von den 56% verdünnte ich erst auf 55% und dann je in Einerschritten runter bis auf 45%. Bei 45% wurde der Tempest für meinen Geschmack zu flach und zu wässrig. Was ich aber darüber erlebte war eine faszinierende Reise durch die Aromen und Geschmäcker. Am Besten geschmeckt hat er mir mit 48%. Einziger Nachteil bei dieser Verdünnungsmethode ist, dass man mindestens 150 ml in den Zylinder geben muss, damit das Aräometer auch schwimmt.


Aräometer sind für verschiedene Messbereiche erhältlich (Abbildung = 35-85%)


Durch die Lichtbrechung in der Flüssigkeit erfordert das Ablesen der Skala etwas Übung

Um meine Studien mit Wasser etwas auszudehnen, füllte ich drei Samples des Bowmore Tempest mit 46%, 48% und 50% ab. Ein Feldversuch mit einem ahnungslosen Probanden musste her! Wie durch Zufall meldete sich Tom (mein Chefredaktor des ardblog) bei mir. Da wir beide gerade Zeit hatten, trafen wir uns tags darauf im Pot-Still Pub in Wallisellen.

Unter dem Vorwand, er müsse anhand dreier Samples die Destillerie herausfinden, tischte ich ihm drei Fläschchen auf. Die Informationen dazu waren:

  • Alle Proben sind aus derselben Islay-Destillerie
  • Die Whiskys sind zwischen 8 und 15 Jahre alt
  • Das erste Sample hat den tiefsten Alkoholgehalt

Natürlich gab ich Tom noch Papier und Schreibzeug, um Tasting-Notizen zu machen. Wie es sich gehört, wurde erst mal geschnüffelt, danach getrunken und anschliessend der Abgang genossen. Als er von 46% zu 48% wechselte meinte er: „Der Zweite erinnert mich ziemlich an die erste Probe.“ Ups… da hat er meinen Schwindel doch schon fast aufgedeckt. Denn eigentlich hatte er ja Recht, der Zweite war derselbe wie der Erste, lediglich der Alkoholgehalt variierte. Bei der dritten Probe merkte er aber einen Unterschied, aufgrund seiner Aussagen merkte ich, dass der 50%-ige sein Favorit sein musste.

Als ich ihn aufklärte, dass es sich bei allen drei Proben um einen Bowmore Tempest, lediglich in verschiedenen Verdünnungsgraden handelte, war er erstaunt von dem Resultat. Lustig an dem Ganzen war: Wir hatten einige Minuten vor dem Test noch beide über Bowmore gesprochen. Wir waren beide der Meinung, dass die neuen Abfüllungen zwar besser als diejenigen von vor etwa 5 Jahren, aber auch nicht so gut wie die alten sind (z.B. wie der alte 21-jährige). Also Bowmore insgesamt nicht wirklich unseren Geschmack trifft.

Womit Zweierlei bewiesen ist: Einerseits, das Auge bzw. die vorgefasste Meinung trinkt mit, denn Tom schmeckte insbesondere das dritte Sample sehr gut! Hat man also erst einmal eine Destillerie als weniger gut eingestuft, geht man sicher schon mit Vorurteilen an eine Probe der weniger beliebten Brennerei heran und andererseits, dass das Zugeben von Wasser eine wichtige Rolle spielt.

tom Erst einmal Danke Alban für das gelungene Experiment! Und bevor ich hier meine Verkostungs-Notizen einstelle, möchte ich euch an meinen sorgengeschwängerten Gedanken vor dem Tasting teilhaben lassen:

Als Alban seine Samples vor mir ausbreitete, dachte ich: „Ohlala, das kann ja wieder peinlich werden“, denn ich hatte mich schon einmal bei einer Online-Blinddegustation bis auf die Knochen blamiert! Damals organisierte „hias“ (ihn kennt ihr vielleicht von verschiedenen Whisky-Foren) eine „Journey through the Whisky World“ organisiert. Blind natürlich. Und nachdem ich die ersten beiden Samples verkostet hatte und bei beiden Proben die Ardbeg-typischen Zitronenschalen und auch Torf ausfindig gemacht hatte und das dritte Sample für mich ein typischer Bruichladdich war, dachte ich: „Aha, der will uns doch versch…“ und tippte entgegen dem Titel konsequent bei allen Whiskys auf Islay-Destillerien. Okay, es waren dann tatsächlich Proben aus Österreich und aus aller Herren Länder – nur keine aus Islay!

Doch nun zu den Notes:
1. Sample
Nase: leicht stechend, alkoholisch, schön malzig, warm, leicht nussig
Geschmack: trocken, warme Butter
Abgang: trocken, etwas bitter, relativ kurz

2. Sample
Nase: wieder buttrig, malzig, leicht nussig
Geschmack: weniger trocken als der Erste, wieder warme Butter, wieder malzig
Abgang: auch trocken und etwas bitter, relativ kurz
Insgesamt sehr ähnlich wie der Erste

3. Sample
Nase: Trockenfrüchte, Sherry, schönes Meersalz (sehr lecker, könnte mich reinsetzen in den Duft)
Geschmack: warme Butter, malzig
Abgang: rund, voll

Ihr seht, das dritte Sample bewertete ich komplett anders. Während ich bei den ersten beiden wirklich keinen Unterschied merkte (und dann geht es natürlich gedanklich gleich los im Kopf à la: „Mist, wenn das jetzt zwei komplett verschiedene Abfüllungen sind und du merkst keinen Unterschied, dann hab‘ ich mich ja schon wieder blamiert!“) schmeckte mir, insbesondere was den Duft betrifft, der Dritte sehr gut.

Und auf Bowmore bin ich übrigens auch nicht gekommen. Nachdem ich die „Torfdestillen“ Ardbeg, Lagavulin, Laphroaig, Caol Ila und Port Ellen ausgeschlossen hatte, schwankte ich zwischen Bruichladdich und Bunnahabhain und tippte schlussendlich auf Bunnahabhain. Auf Bowmore wäre ich nie gekommen! Na ja, im Vergleich zum ersten Blind-Tasting nur knapp daneben 🙂

Danke Alban für den gelungenen Versuch und den schönen Feierabend im Pot-Still Pub!

 

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Messi!

alban Ich weiss, ich bin kein Einzelfall und dennoch rede ich hier nicht von dem weltbekannten argentinischen Fussball-Gott!

Aus diversen Gesprächen mit Freunden und Bekannten aus der Whisky-Szene konnte ich vielmehr feststellen, dass das Problem von dem ich hier rede, ein anderer weit verbreiteter Virus ist. Man kann sich vom lieb gewonnen Whisky-„Müll“ nicht trennen! Mit „Müll“ meine ich in diesem Falle die Überreste von unserem heiss geliebten schottischen Nationalgetränk.

Whisky ist nämlich viel mehr als nur ein Getränk, denn dank den teilweise aufwändigen Verpackungen ist er oft auch sehr dekorativ und nicht wenige Abfüllungen erinnern schon fast an Kunstobjekte! Aber nicht nur das bereitet schon fast körperliche Schmerzen, wenn es darum geht, sich von einer mit schönen Erinnerungen behafteten leeren Flasche oder deren Umhüllung zu verabschieden. Dies ist oft auch der Fall, wenn die neue Errungenschaft die Schmerzgrenze des Beschaffungs-Budgets bei Weitem überschritten hat. Oder wenn es sich bei unserem Single-Malt um eine Rarität handelt, kann es doch auch nicht sein, dass die leere Flasche plötzlich nur noch Altglas ist! Und ohne es zu merken, ist es schon passiert, man ist vom Messie-Syndrom befallen!

Dies äussert sich dann darin, dass plötzlich leere Flaschen im Regal stehen und sich in einer Ecke Holzkisten und Blechdosen haufenweise stapeln. Bei Freunden, die noch nie einen Single Malt getrunken haben oder die sich aus unserem Hobby nicht das Geringste machen, keimen langsam aber sicher Sorgen auf um ihren Kollegen, der immer mehr Altglas im Regal stehen hat. Und auch die Partnerinnen nötigen einen, man möge doch endlich den Müll in die Entsorgung bringen.

Mit anderen Worten: Die Welt versteht dich nicht!
Darum hier die Lösung für alle Betroffenen des WMS (Whisky Messie Syndroms):

Tarnen durch Funktionalität!
(oder wie man mit wenigen Handgriffen aus Müll, Kunstwerke und Dekor macht)


Leere Flaschen, von unten mit LED-Spots beleuchtet, bringen schummriges Licht in die Bar.

Auf Wunsch von Florian hier noch einige Bilder über die Bauart der Lampe:
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Mit etwas Erde und einigen Samen eurer Wahl, entstehen aus Blechdosen Töpfe für Blumen und Kräuter die auch eure Partnerin zu schätzen weiss.


Auch in ehemaligen Whisky-Holzkisten machen eure Blumen auf dem Balkon eine gute Figur.


Korken aus dem Deckel kratzen, Magnet rein kleben und schon ist er fertig, der praktische Kühlschrank-Magnet!


Den Zigaretten-Anzünder des Autos verloren? Laddie-Zapfen ins Loch, Problem gelöst und rauchen ist ja eh ungesund (okay, hierfür lehnen wir jede Verantwortung für etwaige Wagenbrände ab!)


Die am richtigen Ort halbierten Kartonröhren als Stifthalter. Der Blickfang im Büro!


Die etwas andere Spaghetti-Dose

Habt ihr noch weitere Ideen für Verwendungen von Tins, Zapfen, Flaschen und Kisten? Bitte unbedingt hier posten!

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Das Erdbeben von Japan

alban Es ist nun schon einige Tage her, dass ein Erdbeben Japan erschütterte. Die Folgen des Bebens erschütterten anschliessend den Rest der Welt. Da Japaner sich der Gefahr von Erdbeben bewusst sind, bauen sie ihre Häuser dementsprechend „sicher“. Bei einem Beben der Stärke 9 stösst wohl aber auch die Architektur an ihre Grenzen, aber wenigstes fallen die Schäden in der Peripherie des Epizentrums weniger schlimm aus.

Leider wurde durch das Beben auch ein Tsunami ausgelöst. Das Meer frass sich in Form einer Riesenwelle mehrere Kilometer ins Landesinnere. Die Bilder dieser Katastrophe sind uns noch allgegenwärtig. Autos und LKWs wurden wie Spielzeug weggeschwemmt, massive Bauten brachen ein wie Kartenhäuser. Als ob das nicht alles schon schrecklich genug wäre, geriet auch noch das AKW Fukushima-Daiichi ausser Kontrolle.

Mit den überhitzten Brennstäben und der austretenden Radioaktivität wurde das Beben und seine Folgen plötzlich zum globalen Problem. Fluggesellschaften müssen nun ihre Fracht untersuchen. Autohändler bangen um ihre Lieferungen aus japanischen Werken und Feinschmecker trauen sich nicht mehr Sushi zu essen obwohl die Fische für diese japanische Spezialität hierzulande nicht aus Japan stammen. Eigentlich banale „Problemchen“, wenn man bedenkt wie verstrahlte Japaner um ihr Leben bangen, ihr Trinkwasser verstrahlt wird und einige wahrscheinlich nie wieder in ihre Häuser in den gesperrten Zonen zurückkehren dürfen.

Banal sind natürlich auch die Zeilen, die ich hier niederschreibe. Aber es sind eben Gedanken, die ich mir für eine Whisky-Page in Zusammenhang mit Whisky mache.

Ich habe mir auf der Google-Map einige japanische Whisky-Brennereien markiert und die Distanzen zum AKW Fukushima-Daiichi gemessen. Die Messungen sind sicher nicht 100% genau, zeigen aber sicher, dass es Destillerien gibt, die sich Gedanken machen müssen. Ich bin zwar kein Kernphysiker, aber 115 km von einem GAU entfernt, wäre es mir nicht mehr sehr wohl. 115 km nördlich von Fukushima steht die Brennerei von Miyagikyo.

Andere Brennereien sind über die Inseln verteilt bis zu maximal 640 km weit vom GAU entfernt. Wo die Brennereien ihre Fässer lagern, entzieht sich meiner Kenntnis. Schottische Destillerien lagern ihre Fässer auch nicht immer in der Nähe der Brennerei.

Ich habe bisher noch keinen japanischen Whisky getrunken, werde das aber bald einmal nachholen. Die, die jetzt noch in den Regalen stehen, kann man natürlich ohne Bedenken trinken. Die Vintage-Abfüllungen von 2011 zu trinken wird dann wohl schon etwas Mut erfordern.

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Neue Laddie-Page under Construction

Das wurde ja aber auch wirklich Zeit, denn die Bruichladdich-Homepage war ja mittlerweile nicht nur in die Jahre gekommen, sondern auch unübersichtlich und ganz einfach hässlich.

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Jim macht Gin

Es ist also definitiv kein Aprilscherz. Jim macht Gin! Ausgerechnet am 1. April war Folgendes im Laddieblog zu lesen:

Gin Genie
We have had one of those ideas. They happen during those long winters. Why not distil some Islay Single Malt Gin. After all, we have a Lomond still. We have a cunning new neck piece being designed for it. We have the means, we have the know how, we have the technology. We also have a precedent: and old recipe from the middle ages that talks of flavouring usquebaugh – new make spirit – with various native plants or botanicals.
Besides, I fancy a G & T (Gin Tonic) every now and then.

Kurz zusammengefasst: Sie haben eine Lomond-Brennvorrichtung, auch „Ugly Betty“ genannt, mit welcher sich hervorragend Gin brennen lässt, sie haben ein uraltes Rezept aus dem Mittelalter und sie mögen ab und an einen Gin Tonic. Kein Wunder habe ich die Sache nicht ernst genommen.

Doch es war kein Aprilscherz, hier die „Ugly Betty“ bei der Installation (Quelle Bild Laddieblog):

Für den Laddie-Gin verwendete Jim ein Basisrezept mit 3 Haupt- und 6 Nebenbestandteilen (u.A. Zitronenschale und Koriander) und zu diesen wurden dann zusammen mit dem Botaniker-Ehepaar Dr. Richard und Mary Galliver 22 Pflanzen (alle mit der Provenienz Islay) über den Zeitraum von einem Jahr gesammelt. Dies macht also insgesamt 31 Ingredenzien! Das Verhältnis von Blättern zu Blüten entspricht 6:1.

Und ich dachte immer, Gin sei ein simples Getränk und wird nur aus Wacholder gebrannt – Asche über mein Haupt! Natürlich ist der Haupt(Geschmacks)bestandteil von Gin Wacholder, die Beeren sind dafür verantwortlich. Spannend ist aber auch, dass man früher die Wurzeln des Wacholderstrauches auch zum Feuern verwendete, da dieses Holz kaum Rauch entwickelte, was wiederum hilfreich war um nicht entdeckt zu werden, da früher auch der Gin meist schwarz gebrannt wurde. Es gibt übrigens mehrere Wacholderarten und auf Islay wächst nur noch sehr wenig Wacholder, der meiste Wacholder kommt auf dem schottischen „Festland“ vor (80% des gesamten UK-Vorkommens). Wenn ich das richtig gelesen habe, wurde also dem Laddie-Gin nur ein wenig des wilden Islay-Wacholders beigesetzt (Juniperus communis subspecies nana von den Rhinns of Islay.).

Am 3. August 2010 war es dann soweit, der erste Gin wurde bei Bruichladdich gebrannt.

So „ugly“ ist sie doch gar nicht, die „Ugly Betty“!

Am 3. Dezember 2010 war es dann soweit, 15’000 Flaschen des „Botanist“ kamen auf den Markt und gingen schneller weg als jeder Single Malt zuvor!

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Ardbeg im Film

alban Ich weiss nicht, ob ich da ein Einzelfall bin. Aber immer, wenn ich mir einen Film ansehe in dem irgendwo eine Flasche zu sehen ist, schwenkt mein Auge automatisch auf das Ding und versucht es zu identifizieren. Meist folgt dann auch ein Kommentar von mir wie: „Das war ein Chivas Regal“, oder was auch immer.

Ich weiss, das interessiert eigentlich niemanden und im Kino gehe ich damit bestimmt Einigen auf den Geist mit meinen Alkohol-Weisheiten. Darum unterdrücke ich auch meist meine fachmännischen Kommentare, wenn auf der Leinwand der Single Malt mit Eis getrunken wird oder ich das Glas als völlig ungeeignet für einen Malt betrachte.

Zum Leidwesen meiner Freundin wurde jedoch vor einigen Jahren die DVD erfunden. Da habe ich nämlich jetzt die Möglichkeit mit der Pause-Taste den Schauspielern den Befehl zu geben: „Bleib mal so stehen!“ und nun kann ich in aller Ruhe die Szene studieren. Das ist natürlich besonders nützlich, wenn eine Szene in einer Bar spielt, wo dutzende Flaschen im Regal stehen. Da kann ich in aller Ruhe und gelassen mit der Nase auf dem Bildschirm das Regal abscannen. Ihr glaubt mir nicht, was ich da schon alles entdeckt habe!

Kürzlich war es wieder einmal so weit. Wir sahen den Film „die Tür“, mit Mads Mikkelsen, einem dänischen Schauspieler, der auch schon in internationalen Filmen mitspielte.

Der Zähler auf dem DVD-Player zeigte etwa 39 Minuten an. Eine typische Bettszene – nein, nicht was Ihr jetzt denkt! David Andernach (Mikkelsen) und seine Frau Maja (Jessica Schwarz) liegen im Bett. Während sie friedlich schläft, halten ihn die Probleme wach und er greift zur Flasche.

Was nun? Logisch! Griff zur Fernbedienung, drücken der „Bleib-mal-so-stehen!“-Taste, gefolgt von der „Mach’s-nochmal-Mads“-Taste… Hab‘ ich’s doch richtig gesehen, er trinkt Ardbeg. Dass er den Ardbeg aus der Flasche trinkt, will ich ihm nochmals verzeihen. Hat er doch zuvor sein „Ich“ aus der Vergangenheit – in Notwehr – mit einem Buntstift erstochen (sein „Ich“ wollte ihn erschlagen). Da wollen wir ihm den Stilbruch mit dem Schluck aus der Pulle nicht so übelnehmen. Zumindest hatte er kein Eis in der Flasche.

Neugierig geworden, wie der Ardbeg in den Film gekommen ist, nahm ich Kontakt mit dem Regisseur Anno Saul auf. Er konnte mir jedoch nicht weiterhelfen. Die Requisiten bei dem Dreh waren in der Zuständigkeit des Aussenrequisiteurs. Weder Anno Saul, noch der Produzent hatten da irgendwelchen Einfluss genommen.

Wie auch immer, der Schauspieler Mads Mikkelsen – von dem ich nun schon einige Filme gesehen habe – ist mir durch die Ardbeg-Szene noch sympathischer geworden.

Auf den ersten Blick nur schlecht erkennbar…

… aber der Ausschnitt-Vergleich beweist: „it’s an Ardbeg“

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