Ardbeg Uigeadail “Murray-Batch”

Viele Gerüchte rankten sich um den Ardbeg Uigeadail als dieser von Jim Murray in seiner Whisky-Bible im Jahre 2009 zum Whisky des Jahres mit fast unglaublichen 97.5 Punkten ernannt wurde!

Natürlich gingen Ardbeggianer in aller Welt diesem besonderen Uigeadail auf den Grund. Aus welchem Jahr stammte er, war es ein spezieller Batch und wo konnte man diesen Uigeadail kaufen? Die Foren waren voll mit Fragen und Spekulationen. Erschwerend kam hinzu, dass sich in der Whisky-Bible noch ein kleiner Fehler bezüglich des Alkoholgehaltes eingeschlichen hatte. Dort stand nämlich bei dem top bewerteten Whisky 52.3% während der “normale” Uigeadail mit 54.2% Alkoholgehalt “lediglich” 89 Punkte von Jim Murray bekam. Immerhin annähernd 10 Punkte Differenz.

Jim Murray selbst beschrieb seinen Über-Uigeadail so:

I had never rated Uigeadail anything like the best of the Ardbeg range. It is a mixture of very old and much newer whiskies from the distillery and in the past I don’t think they had got the balance quite right. But in Vancouver I discovered a bottling of it which had been earmarked for the Canadian market and was completely blown away. I awarded it 97.5 points out of 100, the highest I have ever given. It did everything you could possibly ask of it – and a whole lot more

Er hatte diesen besonderen Uigeadail also in Vancouver, Kanada getrunken. Also meinte man erst, dass es sich um eine spezielle Abfüllung für den kanadischen Markt handeln musste. Recherchen von Whisky-Fans in Kanada ergaben, dass der zum Zeitpunkt des Aufenthaltes von Jim Murray verkaufte Batch die Lot-Nummer “L7 325 hh:mm 4 ML” hatte. Später fand man des Weiteren heraus, dass dieser Batch in Kanada (genauer in British Columbia), Finnland, Australien und auch in der Schweiz! verkauft wurde. Ardbeg selbst jedoch liess verlauten, alle Uigeadails würden mit 54.2% abgefüllt und es hätte keine Abfüllung mit 52.3% für Kanada in British Columbia gegeben. Die Konfusion war also perfekt, bis dann Jim Murray sich entschuldigte und sagte, es habe sich ein Typo-Fehler in die Whisky-Bible eingeschlichen und dass auch dieser Top-Uigeadail wie alle anderen auch mit 54.2% gebottled wurde.

Somit blieb als Hinweis also nur die Batch Nr. ”L7 325 hh:mm 4 ML” übrig, um den von Jim Murray in Kanada getasteten Uigeadail zu identifizieren.

Doch warum komme ich jetzt Jahre später mit dieser alten Geschichte? Ganz einfach, ich hatte kürzlich sehr netten Besuch von Raphael, der bei mir eine Flasche Whisky abholte und dabei brachte er liebenswürdigerweise ein Sample dieses famosen Batches mit der Nr. L7 325 20:59 4ML mit!

Und was liegt nun näher, als dieses Sample gegen einen Dram eines “normalen” Uigeadail zu verkosten und selbst zu untersuchen, ob da wirklich ein so grosser Unterschied besteht!

Zur Einschätzung vorab noch einmal meine alten Notes zu einem Uigeadail, den ich schon vor längerem verkostet habe und den ich jetzt wieder im direkten Vergleich zum “Murray-Batch” vor mir habe:

Ardbeg Uigeadail L6 149 16:43 4ML
Duft mächtig nach Zitronenschale, Jod, Meeresbrandung, Seetang, Sherry, Torf und etwas Rauch
Geschmack feurig, Zitronenschale, Torf
Abgang heiss, trocken, torfig, alkoholisch, leichte Bitterkeit
Fazit 91 Punkte

So und jetzt bin ich total gespannt auf den

Ardbeg Uigeadail “Murray Batch” L7 325 20:59 4ML
Die Farbe gibt schon einen ersten Hinweis! Sie geht eindeutig mehr ins Orange als die des Referenz-Uigis.
Duft
Wow! Ich könnte in diesem Duft baden! Wobei, um fair zu bleiben, er unterscheidet sich nicht allzu sehr vom Referenz-Uigi, denn dieser ist sehr ähnlich und auch sehr lecker. Der Duft des “Murray-Batch”  ist einfach etwas konzentrierter, süsser und “orangiger”, der Torf ist ein wenig mehr durch die stärkeren Sherry-Noten eingebunden, jedoch auch schön präsent. Ich finde den Duft insgesamt sehr ausgewogen.
Mit Wasser: Mehr Torf, mehr Jod, mehr Teer, aber immer noch etwas süsser und fruchtiger als der Vergleichs-Uigi.
Geschmack Lecker! Im Vergleich zum anderen Uigi wärmer, voller, süsser und fruchtiger (Kumquat), dafür etwas weniger torfig
Abgang warm, torfig, der Referenz-Uigi hat einen leicht bittereren Abgang

Fazit für mich hat der “Murray-Batch” einen höheren Anteil an sherryfassgelagertem Whisky und dieser gibt ihm mehr Fruchtigkeit und Süsse und bindet den Torf etwas mehr ein. Für mich die perfekte Balance. Fast 9 Punkte Unterschied wie Jim Murray ihm zu anderen Uigeadails gibt, sehe ich jedoch nicht, dafür ist auch der Referenz-Uigi viel zu lecker!

Uigeadail “Murray-Batch”: 92-93 Punkte


Vorne das Sample und dahinter der Referenz-Uigeadail

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Ardbeg Alligator Promovideo

Wieder einmal ein Promovideo von Ardbeg. Ich finde die durchs Band immer sehr toll gemacht. Einige habe ich verpasst, aber die werde ich bei Gelegenheit in einem Sammelpost einstellen.

Per heute wurde das Video zum Alligator auf youtube übrigens nur gerade 8417 Mal aufgerufen. Eigentlich erstaunlich wenig.

Vor allem das Ende mit den Maneaters ist ganz lustig, aber verstehen kann man den Typ wirklich nur schwer. Wer also im Kommentar den ganzen Text einstellen mag ist herzlich willkommen!

Get the Flash Player to see the wordTube Media Player.

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Octomore mit 309 ppm!

Der Fehdehandschuh Richtung Ardbeg ist geworfen! Im Laddieblog wurde ein Octomore mit sage und schreibe 309 ppm angekündigt. Das ist dreimal mehr als der Supernova hat und dementsprechend lustvoll wird das Ganze auch bei Bruichladdich zelebriert.

Die bei James Brown auf der Octomore Farm angepflanzte Gerste mit dem Spitznamen “Affirmation” wurde mit 309 ppm gemälzt. Da frage ich mich, wieviel Torf dafür wohl draufging. Destilliert wurde am 17. Juni 2011, es wird also noch eine Weile dauern, bis wir das Ergebnis auf unseren Gaumen loslassen dürfen.

Um den absehbaren Vorwürfen à la “eindimensionale Torfbombe” den Wind aus den Segeln zu nehmen, wird auf den bereits tollen Geschmack des Spirit Samples hingewiesen:

The nose is extraordinarily creamy, mellow, rich  – almost sweet -  the peat so well integrated,  frankly, it’s scary. There is a richness, a roundness to this that I have not experienced before. It is extraordinary – in every sense of the word: it is out of this world.

Und mit diesem Schlusssatz “Out of this world” folgt dann ein Bild einer Supernova und dem sinngemässen Satz: Das Überbleibsel eines einst strahlenden Sterns, bis er verblasst und aus dem Blickfeld verschwindet. Auf gut deutsch übersetzt: Der Supernova kann einpacken…


Keplers Supernova 1604

Auszug aus Wikipedia:
Die Supernova 1604 (SN1604), auch Keplers Supernova oder Keplers Stern genannt, war eine galaktische Supernova, die in etwa 6.000 Parsec (20.000 Lichtjahre) Entfernung im Sternbild Schlangenträger (Ophiuchus) explodierte. Mit einer scheinbaren Helligkeit von −2,5m war sie der hellste Stern am Nachthimmel.

Ps. Ein kleines Geplänkel gab es in diesem Zweikampf schon einmal, wie der ardblog hier thematisiert hat.

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Ardbeg geht unter die Haut!

Also erst dachte ich ja, wie kann man nur so bescheuert sein, irgendwo hört es doch einmal auf mit der Liebe! Aber lassen sich nicht viele auch irgendwelche chinesischen Zeichen in die Haut stechen (ja, auch ich gehöre dazu), von denen sie nicht wissen, ob sich vielleicht der sympathisch lächelnde Tätowierer einen üblen Scherz erlaubt hat?

Vielleicht laufe ich ja schon seit Jahren mit “Depp” statt “Liebe” auf dem Oberarm durch die Welt? Im Vergleich dazu wäre ja dann “Ardbeg” keine schlechte Wahl…

Hier einige Beispiele von Menschen, die das ewige Bekenntnis zu Ardbeg abgelegt haben:


Ein klein wenig in die Länge gezogen, aber vielleicht hat das ja auch nur der Typ beim Runterziehen des Pullis gemacht. Ansonsten, hat doch was!


Dieses hier gefällt mir noch leicht besser. Man beachte auch den farblich schön abgestimmten Pullover. Top!


Und hier, na ja, da gefällt mir zwar das Logo, aber…

Fazit: Also ich glaube, ich überlege mir das Ganze nochmals in Ruhe, wobei so rechts hinten auf dem Schulterblatt…

 

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Wasser ist zum Waschen da…

… und auch zum Whisky strecken, kann man es entzwecken.

alban Aber das mit dem Wasser im Whisky ist so eine Sache. Während die Einen mit der Pipette zwei, drei Tropfen ins Glas künstlern, kippen andere mutig dutzende Tropfen aus dem Krug in den Whisky. Jeden so wie er es mag. Mir ist es schon oft passiert, dass ich einen Whisky mit Wasser verdünnte und das Resultat punktgenau meinen Geschmack traf. Aber oh Schreck, beim nächsten Mal brachte ich die so geliebte Mischung einfach nicht mehr hin.

Ich habe mich damit abgefunden, dass jeder verdünnte Whisky anders schmeckt als der davor, bis ich im Internet auf den Begriff „Aräometer“ stiess. Eine Senkwaage zum Bestimmen des Alkoholgehaltes. Gesehen habe ich solche Aräometer schon oft, aber eine Verwendung für den privaten Gebrauch habe ich darin bisher noch nicht gesehen. Aber genau dieses Ding würde doch mein Problem vom „Wie viel Wasser, für wie viel Whisky“ lösen. Und so dachte ich mir: Fertig mit Tröpfchen zählen, ab jetzt wird gemessen!

Also habe ich mir ein Aräometer samt dazugehörendem Messzylinder bestellt und begann zu experimentieren. Als Versuchsobjekt musste ein Bowmore Tempest 10 Jahre alt mit 56% Alkoholgehalt hinhalten. Von den 56% verdünnte ich erst auf 55% und dann je in Einerschritten runter bis auf 45%. Bei 45% wurde der Tempest für meinen Geschmack zu flach und zu wässrig. Was ich aber darüber erlebte war eine faszinierende Reise durch die Aromen und Geschmäcker. Am Besten geschmeckt hat er mir mit 48%. Einziger Nachteil bei dieser Verdünnungsmethode ist, dass man mindestens 150 ml in den Zylinder geben muss, damit das Aräometer auch schwimmt.


Aräometer sind für verschiedene Messbereiche erhältlich (Abbildung = 35-85%)


Durch die Lichtbrechung in der Flüssigkeit erfordert das Ablesen der Skala etwas Übung

Um meine Studien mit Wasser etwas auszudehnen, füllte ich drei Samples des Bowmore Tempest mit 46%, 48% und 50% ab. Ein Feldversuch mit einem ahnungslosen Probanden musste her! Wie durch Zufall meldete sich Tom (mein Chefredaktor des ardblog) bei mir. Da wir beide gerade Zeit hatten, trafen wir uns tags darauf im Pot-Still Pub in Wallisellen.

Unter dem Vorwand, er müsse anhand dreier Samples die Destillerie herausfinden, tischte ich ihm drei Fläschchen auf. Die Informationen dazu waren:

  • Alle Proben sind aus derselben Islay-Destillerie
  • Die Whiskys sind zwischen 8 und 15 Jahre alt
  • Das erste Sample hat den tiefsten Alkoholgehalt

Natürlich gab ich Tom noch Papier und Schreibzeug, um Tasting-Notizen zu machen. Wie es sich gehört, wurde erst mal geschnüffelt, danach getrunken und anschliessend der Abgang genossen. Als er von 46% zu 48% wechselte meinte er: „Der Zweite erinnert mich ziemlich an die erste Probe.“ Ups… da hat er meinen Schwindel doch schon fast aufgedeckt. Denn eigentlich hatte er ja Recht, der Zweite war derselbe wie der Erste, lediglich der Alkoholgehalt variierte. Bei der dritten Probe merkte er aber einen Unterschied, aufgrund seiner Aussagen merkte ich, dass der 50%-ige sein Favorit sein musste.

Als ich ihn aufklärte, dass es sich bei allen drei Proben um einen Bowmore Tempest, lediglich in verschiedenen Verdünnungsgraden handelte, war er erstaunt von dem Resultat. Lustig an dem Ganzen war: Wir hatten einige Minuten vor dem Test noch beide über Bowmore gesprochen. Wir waren beide der Meinung, dass die neuen Abfüllungen zwar besser als diejenigen von vor etwa 5 Jahren, aber auch nicht so gut wie die alten sind (z.B. wie der alte 21-jährige). Also Bowmore insgesamt nicht wirklich unseren Geschmack trifft.

Womit Zweierlei bewiesen ist: Einerseits, das Auge bzw. die vorgefasste Meinung trinkt mit, denn Tom schmeckte insbesondere das dritte Sample sehr gut! Hat man also erst einmal eine Destillerie als weniger gut eingestuft, geht man sicher schon mit Vorurteilen an eine Probe der weniger beliebten Brennerei heran und andererseits, dass das Zugeben von Wasser eine wichtige Rolle spielt.

tom Erst einmal Danke Alban für das gelungene Experiment! Und bevor ich hier meine Verkostungs-Notizen einstelle, möchte ich euch an meinen sorgengeschwängerten Gedanken vor dem Tasting teilhaben lassen:

Als Alban seine Samples vor mir ausbreitete, dachte ich: “Ohlala, das kann ja wieder peinlich werden”, denn ich hatte mich schon einmal bei einer Online-Blinddegustation bis auf die Knochen blamiert! Damals organisierte “hias” (ihn kennt ihr vielleicht von verschiedenen Whisky-Foren) eine “Journey through the Whisky World” organisiert. Blind natürlich. Und nachdem ich die ersten beiden Samples verkostet hatte und bei beiden Proben die Ardbeg-typischen Zitronenschalen und auch Torf ausfindig gemacht hatte und das dritte Sample für mich ein typischer Bruichladdich war, dachte ich: “Aha, der will uns doch versch…” und tippte entgegen dem Titel konsequent bei allen Whiskys auf Islay-Destillerien. Okay, es waren dann tatsächlich Proben aus Österreich und aus aller Herren Länder – nur keine aus Islay!

Doch nun zu den Notes:
1. Sample
Nase: leicht stechend, alkoholisch, schön malzig, warm, leicht nussig
Geschmack: trocken, warme Butter
Abgang: trocken, etwas bitter, relativ kurz

2. Sample
Nase: wieder buttrig, malzig, leicht nussig
Geschmack: weniger trocken als der Erste, wieder warme Butter, wieder malzig
Abgang: auch trocken und etwas bitter, relativ kurz
Insgesamt sehr ähnlich wie der Erste

3. Sample
Nase: Trockenfrüchte, Sherry, schönes Meersalz (sehr lecker, könnte mich reinsetzen in den Duft)
Geschmack: warme Butter, malzig
Abgang: rund, voll

Ihr seht, das dritte Sample bewertete ich komplett anders. Während ich bei den ersten beiden wirklich keinen Unterschied merkte (und dann geht es natürlich gedanklich gleich los im Kopf à la: “Mist, wenn das jetzt zwei komplett verschiedene Abfüllungen sind und du merkst keinen Unterschied, dann hab’ ich mich ja schon wieder blamiert!”) schmeckte mir, insbesondere was den Duft betrifft, der Dritte sehr gut.

Und auf Bowmore bin ich übrigens auch nicht gekommen. Nachdem ich die “Torfdestillen” Ardbeg, Lagavulin, Laphroaig, Caol Ila und Port Ellen ausgeschlossen hatte, schwankte ich zwischen Bruichladdich und Bunnahabhain und tippte schlussendlich auf Bunnahabhain. Auf Bowmore wäre ich nie gekommen! Na ja, im Vergleich zum ersten Blind-Tasting nur knapp daneben :-)

Danke Alban für den gelungenen Versuch und den schönen Feierabend im Pot-Still Pub!

 

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Messi!

alban Ich weiss, ich bin kein Einzelfall und dennoch rede ich hier nicht von dem weltbekannten argentinischen Fussball-Gott!

Aus diversen Gesprächen mit Freunden und Bekannten aus der Whisky-Szene konnte ich vielmehr feststellen, dass das Problem von dem ich hier rede, ein anderer weit verbreiteter Virus ist. Man kann sich vom lieb gewonnen Whisky-„Müll“ nicht trennen! Mit “Müll” meine ich in diesem Falle die Überreste von unserem heiss geliebten schottischen Nationalgetränk.

Whisky ist nämlich viel mehr als nur ein Getränk, denn dank den teilweise aufwändigen Verpackungen ist er oft auch sehr dekorativ und nicht wenige Abfüllungen erinnern schon fast an Kunstobjekte! Aber nicht nur das bereitet schon fast körperliche Schmerzen, wenn es darum geht, sich von einer mit schönen Erinnerungen behafteten leeren Flasche oder deren Umhüllung zu verabschieden. Dies ist oft auch der Fall, wenn die neue Errungenschaft die Schmerzgrenze des Beschaffungs-Budgets bei Weitem überschritten hat. Oder wenn es sich bei unserem Single-Malt um eine Rarität handelt, kann es doch auch nicht sein, dass die leere Flasche plötzlich nur noch Altglas ist! Und ohne es zu merken, ist es schon passiert, man ist vom Messie-Syndrom befallen!

Dies äussert sich dann darin, dass plötzlich leere Flaschen im Regal stehen und sich in einer Ecke Holzkisten und Blechdosen haufenweise stapeln. Bei Freunden, die noch nie einen Single Malt getrunken haben oder die sich aus unserem Hobby nicht das Geringste machen, keimen langsam aber sicher Sorgen auf um ihren Kollegen, der immer mehr Altglas im Regal stehen hat. Und auch die Partnerinnen nötigen einen, man möge doch endlich den Müll in die Entsorgung bringen.

Mit anderen Worten: Die Welt versteht dich nicht!
Darum hier die Lösung für alle Betroffenen des WMS (Whisky Messie Syndroms):

Tarnen durch Funktionalität!
(oder wie man mit wenigen Handgriffen aus Müll, Kunstwerke und Dekor macht)


Leere Flaschen, von unten mit LED-Spots beleuchtet, bringen schummriges Licht in die Bar.


Mit etwas Erde und einigen Samen eurer Wahl, entstehen aus Blechdosen Töpfe für Blumen und Kräuter die auch eure Partnerin zu schätzen weiss.


Auch in ehemaligen Whisky-Holzkisten machen eure Blumen auf dem Balkon eine gute Figur.


Korken aus dem Deckel kratzen, Magnet rein kleben und schon ist er fertig, der praktische Kühlschrank-Magnet!


Den Zigaretten-Anzünder des Autos verloren? Laddie-Zapfen ins Loch, Problem gelöst und rauchen ist ja eh ungesund (okay, hierfür lehnen wir jede Verantwortung für etwaige Wagenbrände ab!)


Die am richtigen Ort halbierten Kartonröhren als Stifthalter. Der Blickfang im Büro!


Die etwas andere Spaghetti-Dose

Habt ihr noch weitere Ideen für Verwendungen von Tins, Zapfen, Flaschen und Kisten? Bitte unbedingt hier posten!

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Das Erdbeben von Japan

alban Es ist nun schon einige Tage her, dass ein Erdbeben Japan erschütterte. Die Folgen des Bebens erschütterten anschliessend den Rest der Welt. Da Japaner sich der Gefahr von Erdbeben bewusst sind, bauen sie ihre Häuser dementsprechend „sicher“. Bei einem Beben der Stärke 9 stösst wohl aber auch die Architektur an ihre Grenzen, aber wenigstes fallen die Schäden in der Peripherie des Epizentrums weniger schlimm aus.

Leider wurde durch das Beben auch ein Tsunami ausgelöst. Das Meer frass sich in Form einer Riesenwelle mehrere Kilometer ins Landesinnere. Die Bilder dieser Katastrophe sind uns noch allgegenwärtig. Autos und LKWs wurden wie Spielzeug weggeschwemmt, massive Bauten brachen ein wie Kartenhäuser. Als ob das nicht alles schon schrecklich genug wäre, geriet auch noch das AKW Fukushima-Daiichi ausser Kontrolle.

Mit den überhitzten Brennstäben und der austretenden Radioaktivität wurde das Beben und seine Folgen plötzlich zum globalen Problem. Fluggesellschaften müssen nun ihre Fracht untersuchen. Autohändler bangen um ihre Lieferungen aus japanischen Werken und Feinschmecker trauen sich nicht mehr Sushi zu essen obwohl die Fische für diese japanische Spezialität hierzulande nicht aus Japan stammen. Eigentlich banale „Problemchen“, wenn man bedenkt wie verstrahlte Japaner um ihr Leben bangen, ihr Trinkwasser verstrahlt wird und einige wahrscheinlich nie wieder in ihre Häuser in den gesperrten Zonen zurückkehren dürfen.

Banal sind natürlich auch die Zeilen, die ich hier niederschreibe. Aber es sind eben Gedanken, die ich mir für eine Whisky-Page in Zusammenhang mit Whisky mache.

Ich habe mir auf der Google-Map einige japanische Whisky-Brennereien markiert und die Distanzen zum AKW Fukushima-Daiichi gemessen. Die Messungen sind sicher nicht 100% genau, zeigen aber sicher, dass es Destillerien gibt, die sich Gedanken machen müssen. Ich bin zwar kein Kernphysiker, aber 115 km von einem GAU entfernt, wäre es mir nicht mehr sehr wohl. 115 km nördlich von Fukushima steht die Brennerei von Miyagikyo.

Andere Brennereien sind über die Inseln verteilt bis zu maximal 640 km weit vom GAU entfernt. Wo die Brennereien ihre Fässer lagern, entzieht sich meiner Kenntnis. Schottische Destillerien lagern ihre Fässer auch nicht immer in der Nähe der Brennerei.

Ich habe bisher noch keinen japanischen Whisky getrunken, werde das aber bald einmal nachholen. Die, die jetzt noch in den Regalen stehen, kann man natürlich ohne Bedenken trinken. Die Vintage-Abfüllungen von 2011 zu trinken wird dann wohl schon etwas Mut erfordern.

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