NAS – eine anhaltende Erfolgsstory?

Haben wir alteingesessenen Whiskyhasen uns etwa alle getäuscht? Sind die Whiskys ohne Altersangabe (No Age Statement) für die Whiskyindustrie vielleicht doch eine nachhaltige Erfolgsgeschichte?

Für die meisten von uns – oder zumindest für mich – war eigentlich sonnenklar, dass das nicht lange gut gehen kann. Whisky wurde und ist doch der König der Getränke, gerade weil er jahre- und oft jahrzehntelang in unterschiedlichen Fässern in mystischen Lagerhäusern reifen dar.

Aus Gründen der Gewinnoptimierung führt man seit ein paar Jahren den Konsumenten an der Nase herum. Man macht ein Vatting mit einem Löwenanteil von 3-jährigem Whisky, haucht diesem mit fantasievollem Fass-Management ein wenig Leben ein und verkauft dann das Ganze mit schwurbligem Marketing und dessen seltsamen Geschichten von nordischen Kriegern, bissigen Alligatoren und exotischen Fantasienamen zum Preis eines ehemals 15-jährigen. Das rechnet sich natürlich.

Ich dachte wirklich, dadurch geht für die Konsumenten der ganze Zauber, die ganze Mystik von Single Malt Whiskys verloren und die Verkäufe würden einbrechen. Die Umsatzzahlen von 2014, insbesondere von Ardbeg – dem Vorreiter der NAS-Whiskys – sprechen jedoch eine andere Sprache. Gewaltige 16.5% legte Ardbeg im 2014 zu und auch in den ersten 9 Monaten von 2015 hielt der Zuwachs an!

Hat die Whiskyindustrie also die eierlegende Wollmilchsau entdeckt und nur ein paar Vorgestrige regen sich auf? Ich wäre mir da nicht so sicher. Waren vor ein paar Jahren nicht auch bei den Weinen diese „überholzten, gemachten“ Weine total im Trend und „ehrliche“ Weine wie diejenigen aus dem Bordeaux galten plötzlich als fade und langweilig? Also zumindest hier hat der Wind wieder stark gedreht und ich bin mir sicher, dies wird er auch im Bereich Whisky.

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