Wie die Baby-Kotze in den Bruichladdich kam

ardblog recherchiert, ardblog deckt auf: die dunklen Abgründe der Whisky-Industrie!

In letzter Zeit taucht bei den Online-Bewertern des Laddie 10 immer wieder das Wort „Vomit“ auf. Vomit, was zum Henker ist Vomit? Zartbesaitete mögen jetzt bitte nicht weiterlesen, denn Vomit ist englisch und heisst nichts anderes als Kotze oder Erbrochenes! Und wer glaubt, ich hätte diese Story erfunden und des Englischen mächtig ist, der mag bitte hier die Whisky-Bewertungen durchlesen: http://www.masterofmalt.com/whiskies/bruichladdich-10-year-old-the-laddie-ten-whisky/

Das Ganze weckt natürlich Erinnerungen an die French Whore Perfume-Geschichte (kurz FWP) bei Bowmore, die in den Neunzigern das Whisky-Web beherrschte und die bis heute ungelöst geblieben ist. Es ging darum, dass einige der in den 80ern gebrannten Bowmore-Whiskys diesen widerlichen FWP-Nachgeschmack hatten, der an billiges Parfüm mit Lavendel-Geschmack erinnerte, den man einfach nicht mehr aus dem Mund bekam. Bis heute ist nicht bekannt, wie dieser billige französische Nuttenparfüm-Geschmack in den Whisky kam, obwohl sich die grössten Whisky-Koriphäen mit diesem Thema intensiv auseinandersetzten. Doch ardblog hat auch hier die Antwort!

Die Antwort beginnt damit, wer in den 80igern Brennmeister bei Bowmore war, weriliwer, mh? Natürlich unser Jim McEwan! Und Jim war zu der Zeit auf der Suche nach dem guten alten Geschmack von Bowmore den er wiederbeleben wollte und den er vermutete in Italien zu finden, wo noch ganz viele alte von den sagenhaft guten Bowmore-Abfüllungen zu finden waren. So war also unser Jim immer mal wieder in Italien unterwegs und so kam er natürlich auf seinen nächtlichen Streifzügen durch die Bars von Rom auch in Kontakt mit den Prostituierten Italiens. Na, dämmert’s? Als seine Mission in Italien beendet war, lud er immer mal wieder seine Favoritinnen aus dem ältesten Gewerbe der Welt aus seiner Zeit in Rom auf Islay nach Bowmore in die Destillerie ein, wo er ein kleines, kuschliges Privatzimmerchen hatte. Und weil es den Damen auf Islay so gut gefiel und sie immer wieder auf Islay zurückkehren wollten, warfen sie gemäss ihrer Tradition in Rom, wo man aus diesem Grund in den Trevi-Brunnen eine Münze wirft, immer vor ihrer Abreise ein Parfüm in den Mashtun von Bowmore. Et voilà bzw. ecco, hier haben wir des Rätsels Lösung! Es ist somit eindeutig IWP (Italian Whore Perfume) und nicht FWP (French Whore Perfume)! Man man man, diese Whiskykritiker, da erkennen sie die unmöglichsten Feinheiten in einem Whisky und können italienisches nicht von französischem Hurenparfüm unterscheiden!

Doch zurück zur aktuellen mysteriösen Geschichte des Vomit-Geschmackes im Bruichladdich 10. Und wem begegnen wir hier bei unserer Recherche wieder, na klar, unserem Jim McEwan! Als er Bowmore den Rücken kehrte und Brennmeister bei Bruichladdich wurde, war ihm sofort klar, dass er den kraftlosen und spritigen Körper des damaligen Laddie-Whiskys unbedingt zu einem kraftvolleren und mehr cremigen Körper umformen musste, doch wie? Er experimentierte mit Joghurt, Quark und Buttermilch, doch die Resultate waren nicht befriedigend. Zudem war dies alles viel zu einfach kopierbar, doch er wollte etwas Besonderes, etwas Einmaliges! Da erinnerte er sich plötzlich an diesen feinen zarten Duft von frischem Babyerbrochenem. Getreu der Laddie-Philosophie „what if„, die nichts Undenkbares kennt, wurde getüftelt und ausprobiert und wer jetzt denkt, das scheidet sich doch, dem sei hier gesagt, dass das Ganze ja destillert wird. Auf jeden Fall war das Experiment mit dem Babyerbrochenem ein voller Erfolg. Ein herrlich cremiger Körper, leichter Buttermilch-Geschmack, einfach toll! Sofort richtete Jim bei Bruichladdich einen Stillroom für Mütter von Islay ein (auch hier setzte man auf das neue Credo „Terroir“, also ausschliesslich für Mütter, die nur Milch von glücklichen Islay-Schafen trinken dürfen). Nach dem Stillen gehen die Mütter mit ihren Babys in die Destillerie und bei dem strengen Geruch in der Destillerie reihern die Babys natürlich reihenweise innert Minuten in den Mashtun. Und wer glaubt, ardblog hätte diese Diskussion komplett erfunden, dem sei dieses Zitat eines Whisky-Kenners nahegelegt, der schon ziemlich nahe an der Wahrheit ist und eben doch knapp daneben liegt:

About the „vomit“ smell

As some have mentioned, there is indeed a note of „baby-vomit“ in the nose lying around the coastal notes and honey/fruity sweetness. If you consider this to be an „off-note“ (which not everyone does btw, If the name bothers you, think „buttermilk“ instead) a couple of teaspoons of water and about 10 minutes will remove it completely. Water and time generally improves this whisky anyway. Although the lack of peat and the creamy mouthfeel make it seem like an easy-going and approachable whisky, take your time with it. Water and time will open a pandoras box of really interesting stuff like herbs and other notes that are not often found in whisky. Tight complexity is easily mistaken for monotony. Take your time and you will be rewarded! Truly great stuff!

Na ja, vielleicht hat das ja auch ein Mitarbeiter von Bruichladdich gepostet, um die wahre dunkle Wahrheit zu verschleiern.

Das ist nun also der Grund, wieso im Zusammenhang mit Bruichladdich 10 immer wieder die Worte Buttercrème, Buttermilch und cremig fallen und manchmal eben auch Baby-Kotze 😉

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2 Antworten auf Wie die Baby-Kotze in den Bruichladdich kam

  1. Sam Steiner sagt:

    Okaaay. Der Zufall will es, dass ich heute geplanterweise zum zweiten Mal Bappi werde und mir somit einer Auffrischung der Erinnerung an diesen Geruch nichts mehr im Wege steht 🙂

  2. ardblog sagt:

    Hi Sam, da gratuliere ich dir ganz ganz herzlich und viel Spass mit den diversen Gerüchen (na ja, solange man sie in Verbindung mit Whisky bringen kann ist das ja eine Hilfestellung ;-))

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