Jim macht Gin

Es ist also definitiv kein Aprilscherz. Jim macht Gin! Ausgerechnet am 1. April war Folgendes im Laddieblog zu lesen:

Gin Genie
We have had one of those ideas. They happen during those long winters. Why not distil some Islay Single Malt Gin. After all, we have a Lomond still. We have a cunning new neck piece being designed for it. We have the means, we have the know how, we have the technology. We also have a precedent: and old recipe from the middle ages that talks of flavouring usquebaugh – new make spirit – with various native plants or botanicals.
Besides, I fancy a G & T (Gin Tonic) every now and then.

Kurz zusammengefasst: Sie haben eine Lomond-Brennvorrichtung, auch „Ugly Betty“ genannt, mit welcher sich hervorragend Gin brennen lässt, sie haben ein uraltes Rezept aus dem Mittelalter und sie mögen ab und an einen Gin Tonic. Kein Wunder habe ich die Sache nicht ernst genommen.

Doch es war kein Aprilscherz, hier die „Ugly Betty“ bei der Installation (Quelle Bild Laddieblog):

Für den Laddie-Gin verwendete Jim ein Basisrezept mit 3 Haupt- und 6 Nebenbestandteilen (u.A. Zitronenschale und Koriander) und zu diesen wurden dann zusammen mit dem Botaniker-Ehepaar Dr. Richard und Mary Galliver 22 Pflanzen (alle mit der Provenienz Islay) über den Zeitraum von einem Jahr gesammelt. Dies macht also insgesamt 31 Ingredenzien! Das Verhältnis von Blättern zu Blüten entspricht 6:1.

Und ich dachte immer, Gin sei ein simples Getränk und wird nur aus Wacholder gebrannt – Asche über mein Haupt! Natürlich ist der Haupt(Geschmacks)bestandteil von Gin Wacholder, die Beeren sind dafür verantwortlich. Spannend ist aber auch, dass man früher die Wurzeln des Wacholderstrauches auch zum Feuern verwendete, da dieses Holz kaum Rauch entwickelte, was wiederum hilfreich war um nicht entdeckt zu werden, da früher auch der Gin meist schwarz gebrannt wurde. Es gibt übrigens mehrere Wacholderarten und auf Islay wächst nur noch sehr wenig Wacholder, der meiste Wacholder kommt auf dem schottischen „Festland“ vor (80% des gesamten UK-Vorkommens). Wenn ich das richtig gelesen habe, wurde also dem Laddie-Gin nur ein wenig des wilden Islay-Wacholders beigesetzt (Juniperus communis subspecies nana von den Rhinns of Islay.).

Am 3. August 2010 war es dann soweit, der erste Gin wurde bei Bruichladdich gebrannt.

So „ugly“ ist sie doch gar nicht, die „Ugly Betty“!

Am 3. Dezember 2010 war es dann soweit, 15’000 Flaschen des „Botanist“ kamen auf den Markt und gingen schneller weg als jeder Single Malt zuvor!

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3 Antworten auf Jim macht Gin

  1. Tim sagt:

    Ausverkauft? Mist, irgendwie ist der Botanist an mir vorbeigegangen. Dabei hätte ich den gerne mal probiert – mit 31 Botanicals muss der ja eine ganz Bandbreite an Geschmacksvariationen gehabt haben.

  2. ardblog sagt:

    Hallo Tim, ja, das muss für dich als Gin-Liebhaber ja sehr ärgerlich sein :-). Wobei ich meine, dass dies nur die Erstauflage betrifft. Guckst du hier: http://www.bruichladdich.com/the-botanist-islay-dry-gin

    Und wenn du ihn denn mal probiert hast, würde mich eine Einschätzung von dir interessieren.

  3. Armin sagt:

    Zumindest Ende October stand da noch massenhaft im Distillerie Shop von rum, mindestens beim Bruichladdich Online Shop solltest Du den noch problemlos bekommen koennen.

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