Ardbeg im Film

alban Ich weiss nicht, ob ich da ein Einzelfall bin. Aber immer, wenn ich mir einen Film ansehe in dem irgendwo eine Flasche zu sehen ist, schwenkt mein Auge automatisch auf das Ding und versucht es zu identifizieren. Meist folgt dann auch ein Kommentar von mir wie: „Das war ein Chivas Regal“, oder was auch immer.

Ich weiss, das interessiert eigentlich niemanden und im Kino gehe ich damit bestimmt Einigen auf den Geist mit meinen Alkohol-Weisheiten. Darum unterdrücke ich auch meist meine fachmännischen Kommentare, wenn auf der Leinwand der Single Malt mit Eis getrunken wird oder ich das Glas als völlig ungeeignet für einen Malt betrachte.

Zum Leidwesen meiner Freundin wurde jedoch vor einigen Jahren die DVD erfunden. Da habe ich nämlich jetzt die Möglichkeit mit der Pause-Taste den Schauspielern den Befehl zu geben: „Bleib mal so stehen!“ und nun kann ich in aller Ruhe die Szene studieren. Das ist natürlich besonders nützlich, wenn eine Szene in einer Bar spielt, wo dutzende Flaschen im Regal stehen. Da kann ich in aller Ruhe und gelassen mit der Nase auf dem Bildschirm das Regal abscannen. Ihr glaubt mir nicht, was ich da schon alles entdeckt habe!

Kürzlich war es wieder einmal so weit. Wir sahen den Film „die Tür“, mit Mads Mikkelsen, einem dänischen Schauspieler, der auch schon in internationalen Filmen mitspielte.

Der Zähler auf dem DVD-Player zeigte etwa 39 Minuten an. Eine typische Bettszene – nein, nicht was Ihr jetzt denkt! David Andernach (Mikkelsen) und seine Frau Maja (Jessica Schwarz) liegen im Bett. Während sie friedlich schläft, halten ihn die Probleme wach und er greift zur Flasche.

Was nun? Logisch! Griff zur Fernbedienung, drücken der „Bleib-mal-so-stehen!“-Taste, gefolgt von der „Mach’s-nochmal-Mads“-Taste… Hab‘ ich’s doch richtig gesehen, er trinkt Ardbeg. Dass er den Ardbeg aus der Flasche trinkt, will ich ihm nochmals verzeihen. Hat er doch zuvor sein „Ich“ aus der Vergangenheit – in Notwehr – mit einem Buntstift erstochen (sein „Ich“ wollte ihn erschlagen). Da wollen wir ihm den Stilbruch mit dem Schluck aus der Pulle nicht so übelnehmen. Zumindest hatte er kein Eis in der Flasche.

Neugierig geworden, wie der Ardbeg in den Film gekommen ist, nahm ich Kontakt mit dem Regisseur Anno Saul auf. Er konnte mir jedoch nicht weiterhelfen. Die Requisiten bei dem Dreh waren in der Zuständigkeit des Aussenrequisiteurs. Weder Anno Saul, noch der Produzent hatten da irgendwelchen Einfluss genommen.

Wie auch immer, der Schauspieler Mads Mikkelsen – von dem ich nun schon einige Filme gesehen habe – ist mir durch die Ardbeg-Szene noch sympathischer geworden.

Auf den ersten Blick nur schlecht erkennbar…

… aber der Ausschnitt-Vergleich beweist: „it’s an Ardbeg“

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