Rollercoaster ausgerollt…

Der Ardbeg Rollercoaster ist ausverkauft. Was bei den letzten Committee-Bottlings oftmals eine Sache von Stunden war, zog sich beim Rollercoaster über Monate hin. Der Rollercoaster ist ja auch nicht nur ein Single Cask, das wenige hundert Flaschen hergab, sondern die Abfüllung besteht aus mehreren Fässern aus zehn verschiedenen Jahren seit der Wiedereröffnung von Ardbeg. Mit anderen Worten, es ist junger Whisky aus den Jahren 1997-2006 und die Auflage beträgt etwa 15’000 Flaschen. Ich selbst habe ihn bisher noch nicht auf der Zunge gerollt.

Aber ich habe für diesen Beitrag natürlich über den Rollercoaster recherchiert und dabei ist mir etwas aufgefallen. In einem Blog las ich: „Ardbeg, der Apple unter den Whiskys…“. Doch was hat das jetzt mit dem Rollercoaster zu tun? Apple wie auch Ardbeg sind zwei Firmen, deren Produkte über die letzten zehn Jahre extrem gehypt wurden und wie fast immer, wenn der Hype sehr gross ist, wird das einigen Leuten irgendwann zu viel und es geht ihnen auf die Nerven. Solche Tendenzen meine ich an den Reaktionen auf den Rollercoaster im Netz ausfindig gemacht zu haben. Nachfolgend dazu einige Zitate aus verschiedenen Blogs:

caskstrength.blogspot.com
But I just don’t feel that excited here i’m afraid. Compared to Corryvreckan and Supernova, (which were tasted alongside this too), it just falls a bit short. It has some balls, some grit and a little character, but it isn’t that developed enough to make me grin from ear to ear. It isn’t a massive disappointment, just not what Ardbeg committee bottlings have previously delivered… and that is a shame.

edinburghwhiskyblog.com
Euan
: Overall impressions? It’s a good whisky, obviously the casks have been chosen well. At the end of the night I was certain I would attempt to buy one on Monday. But in the harsh light of day, I’m not so sure. I think that perhaps I over-hyped Rollercoaster in my head, having been slightly disappointed by Ardbeg’s previous two releases (Supernova and Corryvreckan) and so when it didn’t blow my socks up there was an inevitable feeling of being let down. But that’s my problem – anyone who chooses to part with £50 on Monday and is a fan of Ardbeg is very unlikely to be disappointed.

Chris: Corryvreckan’s bigger brother. Rich and long finish seals a tasty wee dram. The unfortunate thing for this whisky is that Ardbeg have such high standards that it doesn’t beat Uigeadail or the Ten. Better than Corryvreckan though.

mixology.eu
Sowohl bei Abfüllstärke als auch verdünnt überraschend verhalten und annähernd eindimensional. Am Gaumen dann nicht unbedingt die Achterbahn, die man sich bei dem Namen erwartet hätte. Deutliche Malznote, Rauch, Jod und Torf, aber nichts Überraschendes. Da reißt auch das wieder einmal gelungene Flaschendesign nichts raus, auch bei einem Ardbeg-Fan wie mir. Christina Schneider (Shochu Bar, Berlin)

Die gute Nachricht: Die Kampagne der neuen Ardbegs erfrischt mit Comic-Humor, welcher sich in die traditionelle Ausstattung dezent einbindet. Die schlechte Nachricht: Die Kampagne ist konsequent. Beim Corryvreckan wird Breakans Schiff vom Whirlpool in den Abgrund gezogen. Und der Rollercoaster gleicht einer unkontrollierten Blending-Achterbahn. Gonçalo de Sousa Monteiro (Admirals Bar, Berlin)

Natürlich müssen diese kritischen Zwischentöne nicht zwingend einen Zusammenhang mit dem Hype haben, vielleicht ist der Rollercoaster ganz einfach nicht die beste Abfüllung von Ardbeg, dennoch meine ich, Ardbeg tut gut daran, ein Auge darauf zu haben.

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