Der Whiskykorb im Januar 2009

alban Er ist nicht mehr wegzudenken, der „Warenkorb“. Jedes Jahr müssen unsere Schweizer Grossverteiler die Prozedur des Preisvergleiches durch die Zeitschrift K-Tipp über sich ergehen lassen. Dabei werden individuelle Artikel, die Herr und Frau Schweizer für den Alltag brauchen, zu einem Warenkorb zusammengestellt und deren Preise verglichen. So sind die Leser des K-Tipp informiert, wo sie die Rüebli und den Zucker sowie die Zahnpasta und das Toilettenpapier am billigsten erhalten. Die klugen Leser kaufen dann nur noch beim Testsieger ein. Einige rennen auch von Geschäft zu Geschäft, um wirklich nur den billigsten Preis zu zahlen.

Der Warenkorb ist sicher eine gute Sache, denn die Redaktion des K-Tipp nimmt den Konsumenten die Aufgabe von Preisvergleichen ab. Einige werden durch diese Artikel neugierig und beginnen selbst zu vergleichen. Sicher werden solche Artikel auch von den Getesteten selbst gelesen und – wenn nötig – ergreifen diese sogar Massnahmen um im nächsten Test nicht mehr als „Looser“ in der Tabelle zu stehen.

Doch die Schreiber vom K-Tipp machen dabei einen grossen „Fehler“, denn bisher habe ich in dem Warenkorb noch nie eine Flasche Single Malt gesehen. Es muss ja nicht gleich ein 75er Ardbeg oder ein Port Ellen sein. Ein Warenkorb ohne Single Malt ist für einen Whiskyaner jedoch wie ein Ardbeg ohne ppm. Eigentlich gibt es Whisky-Magazine, die die Idee des Warenkorbes zu einem Whiskykorb aufgreifen könnten. Leider müssen sie aber damit rechnen, dass der Looser in der Tabelle keine Inserate mehr in ihren Heften schaltet. Verständlich also, dass die Fachzeitschriften nicht die Idee des Whiskykorbes realisieren wollen.

Wenn ich als Sammler eine Flasche Whisky kaufen will, suche ich meistens die sämtlichen mir bekannten Online-Shops nach dem billigsten Angebot ab. Das Sparpotential ist teilweise beachtlich. Bei Abfüllungen die schon etwas seltener geworden sind, lohnt sich sogar der Blick in Shops ausserhalb der Schweiz. Als ich nun kürzlich wieder einmal im Web nach Flaschen suchte, ist mir die Idee mit dem Whiskykorb gekommen. So habe ich nun neun Single Malts zusammengestellt. Bei meiner Auswahl habe ich darauf geachtet, Abfüllungen zu wählen, die in möglichst vielen Shops erhältlich sind. Wenn ein Shop mehr als zwei Flaschen des Korbes nicht im Angebot hatte, wurde er nicht berücksichtigt. Gelistet wurden schlussendlich 9 Shops, nämlich die Folgenden:

acla-da-fans.ch
Aus der Zollfreiregion Samnaun. Da die Grundpreise ohne MwSt. angegeben sind, wurde der Shop in der Tabelle ohne Porto und Versand nicht berücksichtigt. Hier habe ich schon bestellt und musste feststellen, dass der Rechnungsbetrag im Bestätigungsmail und der auf der effektiven Rechnung immer unterschiedlich war.

alexander-weine.ch
Wein und Destillate, Unterentfelden

angels-share.ch
Whiskyfachgeschäft, Oberentfelden. Auf der Seite waren leider keine genauen Angaben zu Porto und Versand zu finden, deshalb wurde der Shop bei der zweiten Tabelle mit Versandkosten nicht aufgeführt.

glenfahrn.ch
Mit Ladenlokalen in Mörschwil, Zürich Oberdorf und Zürich Paradeplatz und neuerdings auch in Hohentengen/DE. Die Suchfunktion der Webseite ist mangelhaft. Die Suche nach Glen Ord verlief erfolglos. Die Suchfunktion kommt mit zwei Worten nicht klar, so werden erst etliche andere Glens aufgelistet. Der Versuch mit den Worten „Port Ellen“ war noch schlimmer. Wer nach Scapa sucht, kriegt als Suchresultat erst mal Highland Park vorgesetzt.

houseofsinglemalts.ch
Ebenfalls in Mörschwil (und somit bietet Mörschwil mit nur 3353 Einwohnern sicher die grösste Dichte an Whisky-Geschäften der Schweiz). Und wie beim anderen Mörschwiler Geschäft hapert’s auch hier auf der Webseite mit der Suchfunktion. Eine weitere Schwachstelle der Suchmaske ist, dass es nochmals einen Klick braucht um den Preis zu erfahren. Wer nun den Back-Button vom Browser benutzt, gelangt ins Nirwana des www’s. Es erscheint nämlich eine Fehlermeldung. Da hilft nur noch der Refresh Button. Wer zurück navigieren will, muss brav den integrierten Zurück-Button verwenden und auch der kann einen auf eine andere Seite führen als man herkam.

ullrich.ch
Drei Filialen in Basel. Auf der Seite kann es vorkommen, dass vermeintlich lieferbare Artikel aufgeführt sind, die jedoch nicht mehr lieferbar sind. So war z. B. der Octomore anfangs Januar tagelang aufgelistet, obwohl er nicht mehr lieferbar war. Hier wurde der Ardbeg 10 in der Liste nicht gewertet, weil er im Januar Aktion war und der Preis so unter dem der anderen mit Normalpreisen lag.

whiskytime.ch
Monnier Trading AG, in Studen. Auch hier werden wie bei angels-share.ch keine genauen Angaben zu Porto und Versand gemacht und daher in der zweiten Tabelle nicht aufgeführt.

thewhiskyshop.ch
Wilen b. Wil. Die Seite hat ähnliche Problem beim Suchen wie diejenige von houseofsinglemalts.ch.

worldofwhisky.ch
Der Shop des Hotel Waldhaus in St. Moritz. Auch hier habe ich schon Flaschen bestellt, die nicht mehr lieferbar waren.

Zur Wertung
Die beiden Tabellen zeigen in Grün die günstigsten und in Rot die teuersten Angebote (mit Ausnahme der oben genannten Sonderfälle). Es ist gut ersichtlich, dass kein Anbieter durchwegs der Teuerste oder der Günstigste ist. Aber einige haben doch erstaunlich viele Felder derselben Farbe.

Tabelle 1 Abholer-Preise (Stand vom 14.1.09)

Whiskykorb Januar ohne Porto

Tabelle 2 Preise inkl. Versand

Whiskykorb Januar mit Porto

Der Vorteil des Whiskykorbes ist, dass dank den Onlineshops sich jeder seinen eigenen Korb zusammenstellen kann. Wer die Shops dann noch persönlich besucht, spart sich das Porto und findet meist noch mehr als er eigentlich gesucht hat. Und in den besseren Shops gibt’s ja auch noch die vielfach beliebten offenen Flaschen, wo man sich gerne einen Dram gönnt. Beim Smalltalk in den Shops erfährt man auch immer wieder Neues aus der Welt der Whiskys. Wer auf der Suche nach Raritäten oder Vergriffenem ist, sollte dies bei einem Besuch im Fachgeschäft immer erwähnen. Die Händler können gelegentlich auf andere Sammler verweisen, die vielleicht weiterhelfen können. Oder sie informieren einen, wenn das Objekt der Begierde durch eine Sammlungsauflösung in den Laden kommt.

Und nun sind wir natürlich gespannt, wie euch die Idee des Whiskykorbs gefällt!

 

 

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