Der Bruichladdich-Auferstehungs-Dram

Als ich die in typischem bruichladdichaquamarintürkisblau (was für eine bescheuerte Wortkreation von mir!) gehaltene Flasche das erste Mal sah, hatte ich dies für eine Fortsetzung der Blacker-, Redder-Still-Reihe gehalten.

Doch weit gefehlt, wie mich am Zürcher Whiskyship die äusserst charmante Tochter von Jim McEwan aufklärte. Lynne McEwan ist ein Ausbund an Temperament, Energie und Kraft, wie man sich das für manch andere Bruichladdich-Abfüllung auch wünschen würde. Nachdem ich die beiden 16-jährigen Manzanilla- und Oloroso-Abfüllungen probiert hatte und diese zwar für gut, aber lediglich für eine weitere Variation des bereits Bekannten befunden hatte, wandte ich mich dem Resurrection(Auferstehung)-2001-Dram zu und war trotz seiner gerade mal 7 Jahre begeistert!

Schon als das Glas vor mir auf der Theke stand, stieg ein wunderbarer, zarter Torfrauch zu mir empor, der sich in dieser mit Leuten und anderen Whiskys dicht gedrängten Umgebung durchsetzte. Der Resurrection ist im Gegensatz zu den sonst üblichen, mit 3 ppm getorften Laddies, mit 10 ppm getorft und das steht im hervorragend. Auch der Geschmack ist viel dichter als ich das sonst von Bruichladdich kenne. Von Sprittigkeit keine Spur.

Zu den Fakten: der Resurrection wurde am 23.10.01 als erster Bruichladdich unter den neuen Eignern gebrannt. Er reifte in Bourbon-Fässern, ist wie immer nicht gefärbt und auch nicht kühlgefiltert, hat 46% und es gibt 24’000 nummerierte Flaschen weltweit. Die in der Bruichladdich-Farbe gehaltene Flasche soll die neue Ära versinnbildlichen und bezahlt habe ich für diesen Tropfen relativ faire 75 Franken.

Ob ich lediglich von Lynnes Euphorie über „ihr“ erstes selbstgebranntes Baby angesteckt worden bin, werde ich gerne zu gegebener Zeit nochmals in aller Ruhe überprüfen, aber der erste Eindruck ist wirklich lecker und ich freue mich auf die weiteren Abfüllungen ab 2001.

Quelle Bild: Bruichladdich

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4 Antworten auf Der Bruichladdich-Auferstehungs-Dram

  1. Gerold sagt:

    Leider kann ich Deine Euphorie nicht teilen.
    Die beiden genannten Sherry-Bottlings sind eindeutig besser.
    Wenn ich mir die Farbe des neuen 2001 ansehe, kommen mir Zweifel,
    ob hier nur Bourbon-Fässer im Spiel waren.
    Gruss Gerold

  2. ardblog sagt:

    Hi Gerold, vielleicht waren meine Sinne am Whiskyschiff bereits etwas getrübt. Ich erhalte demnächst von Hias ein Sample. Hoffentlich legt sich meine Begeisterung dann nicht auch. Ich würde den Bruichladdich-Eignern einen guten Start mit ihrem „eigenen“ Whisky wünschen.
    Lieben Gruss, Tom

  3. Alex sagt:

    Hallo Tom,
    als ich den neuen Laddie gestern voller Erstaunen verkostete, kam mir ein (leider) ganz und gar abwegiger Gedanke: Jim McEwan hat den ganzen Mist mit dem „Whisky für Weintrinker“ nur deshalb mitgemacht, weil er Geld zum Erhalt seines vorbildlich arbeitenden Betriebes brauchte und wußte, daß er eines Tages (eben heute) mit einer echten Bereicherung unter den Islay-Whiskies aufwarten würde. Der Resurrection Dram ist so überraschend maritim, so herrlich torfig, daß er auf eine leisere, feinere Art neben dem Ardbeg Rennaissance mehr als nur bestehen kann!

  4. ardblog sagt:

    Hallo Alex

    Spannend, wie die Meinungen zu diesem Whisky auseinander gehen. Ich mag ihn auch sehr, freue mich aber auf eine zweite Verkostung. Das mit den Finishs ist so eine Sache bei Bruichladdich, sie machen das hauptsächlich, weil sie ein Weak-Cask-Problem haben. Das hat mir ein Manager von Bruichladdich erzählt. Die älteren Whiskys lagern oft in qualitativ etwas minderwertigen Fässern und brauchen deshalb eine „Blutauffrischung“. Das ist der Hauptgrund für die Finishs bei Bruichladdich. Unter der neuen Regie achten sie jetzt auf bessere Fässer. Uns soll es recht sein.

    Hast du übrigens schon mal ins Forum geschaut? http://ardbeg.communityhost.de/

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