Trend zu Baby-Single-Malts

Wer kennt ihn nicht, den Spruch „ich war jung und brauchte das Geld“!

Ardbeg machte es mit dem „Path to maturity“ vor. Der erste unter Glenmorangie gebrannte Spirit war bekanntlicherweise der „Very Young“, ein gerade mal sechsjähriger Single Malt. Danach kamen der „Still Young“ und der „Almost There“ (8 und 9 Jahre alt).

Der umtriebige Jim McEwan sprang dann natürlich sofort mit der Port-Charlotte-Serie auf den erfolgreichen Zug auf. Der erste offizielle Release war der PC5. Wie der Name sagt, ein Fünfjähriger. Seither kommt jedes Jahr ein weiterer Jahrgang auf den Markt.

Was bei den beiden Obgenannten entweder wohlwollend unter Gewinnmaximierung oder halt auch weniger wohlwollend unter Profitgier abgehandelt werden kann, trifft vermutlich auf Kilchoman tatsächlich zu: Ich brauchte das Geld!
Kilchoman geht nun nämlich an die „Grenze des Erlaubten“ und bringt nun bereits im Jahre 2009 als ihren ersten Single Malt einen Dreijährigen auf den Markt. Wie wohl die meisten wissen, darf sich ein Single Malt erst ab diesen drei Jahren auch Single Malt nennen. Ursprünglich hiess es, dass sie im Jahre 2011 ihren ersten Single Malt auf den Markt bringen werden und nun ist es also schon zwei Jahre früher.

Ich habe dieses Jahr bei Kilchoman einen etwas über einjährigen New Spirit degustieren dürfen und schenke den Ausführungen von Malcolm Rennie (dem Destillerie Manager) Glauben, dass der Kilchoman-Whisky so ausgelegt ist, dass er relativ jung trinkreif ist, denn bei diesem Einjährigen war in der Tat schon eine schöne Fruchtigkeit und erstaunlich wenig Sprittigkeit zu schmecken.
Dennoch bin ich mir fast sicher, dass in Bezug auf Trinkreife dies doch eher auf den ursprünglich geplanten Fünfjährigen als auf den jetzt zu erwartenden Dreijährigen zutrifft. Aber lassen wir uns (hoffentlich positiv) überraschen.

www.kilchomandistillery.com/

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Eine Antwort auf Trend zu Baby-Single-Malts

  1. swisshank sagt:

    Ja, der Mensch ist ein Jäger und Sammler. Und da unsere Jagdtriebe durch Nahrungsmittel Grossverteiler seit Jahrzehnten unterdrückt werden, nutzen andere geschäftige Leute unsere Sammlertriebe voll aus.
    Schade daran finde ich nur die Preise für das junge Gemüse. Nehmen wir gleich nochmals den PC6 als Beispiel. Der ging so für ca. 160 Fr. über den Ladentisch. Bei einer Auflage von 18‘000 Flaschen, würde ich da bereits nicht mehr von einer limitierten Edition sprechen. Andere Whiskys sind zwar noch grössere Massenware, aber wenn wir einfach mal die 160 Fr. auf einen 10-, 12, oder gar 16-jährigen hochrechnen? Wer würde wohl 427 fr. für einen Lagavulin 16y bezahle?

    Was den Jüngling von Kilchoman betrifft, habe ich beim Testen des New Spirit eigentlich nur an verbrannten Gummi gedacht. Kann sein, dass sich mit nochmals 2 Jahren Reife und auf Trinkstärke runter verdünnt die Aromen noch ändern. Ich wünsche Kilchoman jedenfalls mit dem ersten Single Malt einen guten Start. Ein Fehlstart würde zukünftigen Abfüllungen die Markteinführung aus jeden Fall erschweren.

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