Bruichladdich-Flut

Schon krass, was Bruichladdich da wieder alles rausgehauen hat. Wenn Ardbeg alle halbe Jahre mal wieder eine neue Abfüllung bringt, ist das schon etwas Aussergewöhnliches und bei Bruichladdich sind es in der gleichen Zeit an die zehn Abfüllungen. Wie es scheint, kommen sie auch selbst gar nicht mehr nach ihre Homepage zu aktualisieren mit all den neuen Bottlings. Was mir immer ausserordentlich gut gefällt, ist das Design. Kaum ein Flaschen- bzw. Tube-Design, das nicht toll anzuschauen wäre.

Schaut doch wirklich toll aus und auf den Peat bin ich durchaus gespannt, obwohl ich schon gehört habe, man merke nicht allzu viel vom Torf und das bei doch immerhin 35 ppm. Quelle Bilder whiskygrotto.

 

Der Bruichladdich 21 ist aus der selben Fassreihe wie der Blacker Still und aus Oloroso Sherry Cask.

Beim Bruichladdich 18 2nd treffen die Einflüsse von amerikanischen Eichenfässern auf jene von süssem Jurançon Dessertwein aus dem Südwesten Frankreichs aufeinander.

Der Bruichladdich Links VIII Torrey Pines ist in Chateau Latour Weinfässern (1er Cru aus dem Pauillac) gefinished.

Und der Bruichladdich Links VIII Birkdale ist ein reiner Bourbon Cask Ausbau wie in den ersten Links-Editionen.

Bruichladdich 1998 Oloroso Limited Edition (hier habe ich unterschiedliches gelesen: einmal ist von 6’000 und einmal von 9’000 Flaschen die Rede). Das Etikett ist wie beim unteren Manzanilla ein speziell nach Auftrag gefertigtes „Tribute to Picasso“ Don Quixote. Diese beiden 1998er sind übrigens keine Finishs, sondern wurden von Beginn an in diesen beiden unterschiedlichen Fässern gelagert. Bin gespannt, ob sich da nach zehn Jahren Lagerung der leichte Bruichladdich gegen die Sherry-Schwergewichte behaupten konnte.

Und zu guter Letzt noch der Bruichladdich 1998 Manzanilla Limited Edition (auch hier 6’000 oder 9’000 Flaschen). Manzanilla ist ein trockener, gespriteter Weisswein, der zur Gruppe der Sherrys gehört. Hört sich noch verlockend an. Könnte mir vorstellen, dass der gut zum Bruichladdich passt, insbesondere, da Manzanillas auch ein leichtes Salzaroma aufweisen können. Quelle Bilder: Glenfahrn.

Früher habe ich mich ein wenig über die unüberschaubare Vielfalt von Bruichladdichs genervt, heute sehe ich das ein wenig entspannter. Ich habe immer zwei bis drei Laddies zu Hause und mag sie als Alltagswhiskys sehr und wenn dann wieder einer leer ist, kann man sich wieder etwas Spannendes aussuchen. Solange das nicht alle Destillerien machen, kann ich gut damit leben, denn der spezifische Destillerie-Charakter geht bei all diesen Finishs und unterschiedlichen Peat-Levels natürlich schon verloren.

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5 Antworten auf Bruichladdich-Flut

  1. Bernd sagt:

    Ich hab vor zwei Wochen den Peat und den 1998er aus dem Oloroso-Faß direkt von Bruichladdich mitgebracht. Den Peat hab ich noch nicht geöffnet, aber der Oloroso ist ein absoluter Traum, oh-la-la … Ist halt ein ganz anderer Charakter als die rauchig-torfigen Tropfen, die ich sonst bevorzuge, aber alles in allem eine geniale Komposition, sehr leicht, sehr elegant, voll schwerer Süße, eher zum Dessert als zur Zigarre passend.
    (Ich tu mich leider immer etwas schwer mit den für Tastings üblichen Fachvokabeln, deshalb seht mir nach, wenn ich meine Eindrücke derart oberflächlich ausdrücke.)

    So richtig glücklich bin ich mit der Explosion an verschiedenen Laddie-Abfüllungen ehrlichgesagt nicht. Man verliert komplett den Überblick, und schlecht für den Geldbeutel ist es auch noch (ich kauf halt am liebsten ganze Flaschen …). Außerdem drängt sich spontan der Spruch „Masse statt Klasse“ auf, der zwar zur Zeit (noch) definitiv unbegründet ist (Bruichladdich produziert wirklich erstklassigen Stoff und ist nach Ardbeg immer noch meine Nummer zwei!), aber wehret den Anfängen …

  2. Bernd sagt:

    Nachtrag: „leicht“ und „schwere Süße“ ist in dem Fall kein Widerspruch, ich kanns halt nur nicht besser artikulieren. Probiert ihn selbst, dann versteht Ihr, was ich meine.

  3. swisshank sagt:

    Die Homepage von Bruichladdich lässt wirklich zu wünschen Übrig. Die neuen Abfüllungen, die Du vermisst sind auch schwer zu finden schau unter http://www.bruichladdich.com/trade/products.htm .

    Der Peat ist eigentlich der Nachfolger von der 3D Serie. Wenn Du ihr Probieren willst, musst Du ihn im Ausland bestellen. Ich hab gestern bei Glenfahrn nachgefragt, wo man mir sagte „die Drei“ (Waves, Rocks, und Peat) kommen laut Importeur nicht in die Schweiz. Glaube aber früher oder später werden sie aber sicher auch hier erhältlich sein. Wen sich der Importeur nicht darum bemüht, machen es eben andere. Ich habe mir vor zwei Wochen „die Drei“ über dem Rhein geholt, werde sie aber erst öffnen, wenn ich eine zweite Garnitur auf Reserve habe.

    Was die Sherry Edition betrifft, so sind es beim Manzanilla 6‘000 Flaschen und beim Oloroso 9‘000. Den Oloroso hab ich bereits versucht, er erinnert mich an die Italian Collection. Ein feiner Tropfen, der nicht alt werden wird in meinem Regal.

  4. ardblog sagt:

    Hallo Swisshank, es gibt eben doch mehr Bruichladdich-Fans oder -Kenner als man denkt und meines Erachtens auch zu Recht, denn ich mag Bruichladdich auch sehr. Ich stelle immer fest, dass ich zwar ab und an ein wenig despektierlich über die „Flut“ ab Abfüllungen rede, aber ich den Whisky einfach sehr gerne trinke und auf Islay selbst, ist er wohl nicht ganz zu unrecht der meist getrunkene Whisky wie ich immer wieder selbst beobachtet habe (zumindest von den Einheimischen – nebst dem Blend Black Bottle).
    Nachdem ich schon Bernd als Bruichladdich-Liebhaber mit Freude im Forum http://www.ardbeg.communityhost.de begrüssen durfte, würde es mich freuen, wenn du auch mal einen Blick riskieren würdest.

  5. Dominik sagt:

    Ehrlich gesagt, stört mich die Vielfalt an Abfüllungen von Bruichladdich überhaupt nicht. Im Gegenteil, ich finde das höchst spannend. Ich muss auch nicht alle Abfüllungen gekauft oder probiert haben, sondern guck, was Lust und Geldbeutel gerade guten Gewissens hergeben.
    Und letztendlich sehe ich nicht unbedingt einen Qualitätsverlust, wenn sie eine größere Menge individueller Abfüllungen mit jeweils kleiner „Auflage“ machen anstatt mehr Fässer zu mischen und größere und dafür gleichgemachte Abfüllungen zu produzieren. Sie sind halt vergleichsweise klein und IMHO ist es damit normal, dass auch die Abfüllungen kleiner ausfallen.

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