Apple-Jünger

Ja, ich liebe die Apple-Produkte auch und setze sie mit Begeisterung seit vielen Jahren ein. Was mich aber je länger je mehr zu nerven beginnt, ist die unkritische Art (man könnte statt „unkritische“ auch „messianische“ sagen), mit der Apple von seinen Jüngern als allein selig machende Firma empor stilisiert wird. Insbesondere in den Medien gleicht das bisweilen schon einem Kreuzzug und nicht von ungefähr wird das iPhone ja auch Jesus-Phone genannt.

Klar habe ich da früher – als es Apple ja auch bitter nötig hatte – auch mitgemacht. Man war eine kleine verschworene Gemeinschaft und stolz darauf, weiterhin die Firma zu unterstützen, „die ja schliesslich alles erfunden hat“. Aber heute schaut das doch alles ein wenig anders aus. Zudem schmelzen die Unterschiede zwischen Mac und PC doch mittlerweile dahin wie Apfeleis an der Sonne. Ein Beispiel:

Könnt ihr euch noch erinnern, als der böse Bill das Service-Pack 2 für Windows XP herausgebracht hat? Monatelang wurde in allen Medien gelästert, dass mit dem SP2 über 800 Fehler behoben würden, dass das Update kompliziert und gefährlich sei und, dass auch nach dem Update noch lange nicht alle Übel aus der Welt seien. Ich habe damals die Updates auf den firmeneigenen PCs durchgeführt und kann mich erinnern, dass dieses Update etwa 40 MB gross war und die angekündigten Probleme ausgeblieben sind.

Und wie war das doch noch gleich bei Apple? Leopard war gerade mal ein paar Monate auf dem Markt und da kam dann auch schon das erste Update. Die Apple-Hauspostillen „20 Minuten“ und „heute“ schrieben dazu, dass dieses „kleinere“ Update ein paar tolle Neuigkeiten aufzuweisen habe und gleichzeitig einige kleinere Fehler beheben würde. Zu Hause machte ich dann dieses kleinere Update und es war 340 MB gross. DREIHUNDERTVIERZIG Megabyte! Ich würde also dieses „kleinere“ Update als komplettes Austauschen des Betriebssystemes bezeichnen. Man stelle sich vor, der liebe Bill hätte sich so etwas geleistet. Man, da wäre aber wieder eine Sau durchs Dorf gejagt worden! 

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2 Antworten auf Apple-Jünger

  1. Reto sagt:

    Da magst du recht haben, mein lieber Tom. 340 MB sind bescheuert viel! Nichtsdestotrotz möcht ich auf folgenden Artikel verweisen:

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    Zufriedenheit mit Betriebssystemen: Leopard holt Gold

    Gold für Mac OS X 10.5, Silber für Linux, Bronze für Windows XP und Blech für Vista – das ist die Rangfolge, die ChangeWave ermittelt hat. Gefragt wurden Anwender, ob sie mit ihrem Betriebssystem sehr zufrieden seien. Mit 53 Prozent sind knapp über die Hälfte der Befragten sind mit Leopard äußerst zufrieden, 44 Prozent mit Linux. Windows XP liegt knapp dahinter, 40 Prozent erreicht das betagte Microsoft-System. Etwas ernüchternd ist die Zahl der glücklichen Vista-Anwender. Mit 8 Prozent äußert nicht mal jeder Zehnte, mit dem jüngsten Produkt aus Redmond sehr zufrieden zu sein. ChangeWave sieht im Consumer-Bereich auch eine erhöhte Nachfrage nach Apple-Produkten: 50 Prozent mehr Kunden als im letzten Jahr planen die Anschaffung eines Macs in den nächsten 90 Tagen.

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    Kommentieren werd ich das ein andermal – jetzt fehlt die Zeit 😉

    Liebe!

  2. ardblog sagt:

    Das glaub ich gerne. Denn die Benutzeroberfläche verdient den Namen benutzerfreundlich und schön ist eh alles was von Apple kommt (Hard- wie Software). Ich möchte die innovativen Produkte auch nicht missen. Mir ging es nur um die nervige „Ich-bin-was-Besonderes-denn-ich-hab-nen-Mac-Haltung“. Inzwischen haben wir doch gleich viele Security-Updates wie die Windows-Computer und mit zunehmender Verbreitung von Macs wird unser geliebtes Produkt bestimmt auch vermehrt Zielscheibe von Viren und Würmern. Womit dann auch diese Bastion gefallen sein dürfte.
    Hier gerade wieder ein typisches Beispiel für „wir sind geiler und die anderen sind doof„.

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