iPhone im Alltag

Oh nein, als ob es nicht schon genug über das iPhone zu lesen gäbe! Stimmt, aber ich werde euch nicht mit den allseits bekannten technischen Belanglosigkeiten langweilen wie, dass die Kamera mit ihren 2 Megapixeln nicht gerade ein Riese ist, dass MMS fehlt und auch UMTS nicht an Bord ist, sondern ganz einfach, wie sich das Teil im Alltag bewährt.

Zuerst war ich einmal von der Grösse des iPhones positiv überrascht, so riesig, wie ich es mir immer vorgestellt habe, ist es gar nicht, es passt mitsamt der Lederhülle (die ich separat geordert habe) bequem in jede Jackentasche. Okay, das Gewicht ist schon teilweise störend (ich bin ja schon auf den Hochsommer gespannt – auch wir Männer werden wohl über lang oder eher kurz nicht um Umhängetaschen herum kommen). Die Bedienung ist genial und tatsächlich so schnell und easy, wie sie in der iPhone-Werbung rüber kommt. Die Icons und die gesamte Benutzeroberfläche sind grafisch – wie von Apple gewohnt – ein Traum. Der absolut brillante Bildschirm unterstützt die schöne Grafik perfekt.

Mit der virtuellen Tastatur und dem Touchscreen habe ich mich sehr gut angefreundet, muss jedoch zugeben, dass ich in einer vollgestopften Bar normalsterbliche Nok-Iaah-Besitzer (kleiner Scherz für den Nokia-Fan Reto) beneide, wie sie ihre SMS einhändig auf Hüfthöhe eintippen können. Da ist es mir dann einfach zu schwul mein iPhone hervorzunehmen, auf Brusthöhe in die linke Hand zu betten und mit dem rechten Mittelfinger darauf herumzutapseln. Noch leicht stören, tun mich die fehlenden ä, ö und üs, da ein US-Teil. Die Bedienführung ist jedoch auf deutsch – fragt mich nicht, wie das iPhone das gemerkt hat, denn als ich das Teil das erste Mal einschaltete war noch alles auf englisch, nach dem ersten Sync jedoch wie von Zauberhand auf deutsch. Ich weiss, dass ich bestimmt auch die Umlaute mittels dem Installer und den dadurch zu ladenden Helferprogrammen irgendwie hinbekommen könnte, jedoch bin ich da konservativ. Schreibe ich halt ue, ae und oe und verzichte auf MMS (auch da gäbe es soweit ich weiss ein zu ladendes Programm), aber ich hab keine Lust mir dadurch Probleme aufzuhalsen und ein kleiner Blick in die diversen iPhone-Foren zeigt mir, dass es dadurch deren einen ganzen Haufen geben kann… Letzter Störfaktor beim SMSlen sind die fehlenden Zustellberichte, hatte ich mich doch an diese gewöhnt und war auch schon einige Male froh darum, denn es war ja immer das Beziehungs-Rettungs-SMS, welches im Nicht-Postausgangsordner „Entwürfe“ hängen blieb. Ich habe noch keine Ahnung, wie dies beim iPhone gelöst ist. Die SMS-Anzeigestruktur funktioniert übrigens wie ein Chat, was mir persönlich sehr gut gefällt.

iPhone

Leider habe ich auch sehr schnell gemerkt, dass das iPhone für Europa noch einige Jahre zu früh ist, da flächendeckendes WiFi hier – von einigen Projektstädten wie Luzern einmal abgesehen – Fehlanzeige ist und das alternative EDGE (in meinem Fall GPRS, da ich bei Orange bin) verdient insofern den Namen Alternative nicht, da einerseits sehr langsam und andererseits schweineteuer. Denn Surfen, Mailen und die Standortbestimmung mittels „Karten“ würden mit dem iPhone schon riesig Spass machen. Okay, auf die Standortbestimmung kann man sich in Europa auch noch nicht verlassen, zeigte mir diese doch in Rapperswil meinen Standort mit „Mitten-auf-dem-See“ an…

Der MP3-Player funktioniert einwandfrei, wenn ich auch aus diesem Alter etwas raus bin. Ich kann mir nicht helfen, ich finde 50-jährige (auch wenn ich noch nicht sooo alt bin) im Zug mit diesen weissen Kopfhörern einfach irgendwie etwas lächerlich. Zudem habe ich die Kopfhörer eh nie dabei. Richtig quäkender Schrott sind jedoch die verbauten Lautsprecher des iPhones, das können andere um Welten besser – schade Apple, ausgerechnet bei der Musik patzen! Und wenn wir schon beim Kritisieren sind, der Akku könnte auch länger halten, aber, dass der brillant leuchtende Bildschirm nun mal etwas Pfus braucht ist ja auch klar.

Und ja, telefonieren kann man mit dem iPhone auch! Wer als Adressensammler unterwegs ist, wird sich vielleicht an der fehlenden Möglichkeit nerven, Namen mittels Buchstabeneingaben zu finden, denn man kann nur (wie bei einer Agenda) irgendwo auf beispielsweise „q/r/s“ tappsen und falls man sehr viele Einträge hat, heisst es scrollen, scrollen, scrollen. Ansonsten aber ist hier alles einwandfrei ausser vielleicht, dass mich das Teil beim Telefonieren schon etwas breit düngt.

Kommen wir zum Synchronisieren. Im Geschäft synce ich auf dem PC die Outlook-Kontakte sowie die Outlook-Termine was hervorragend funktioniert und zu Hause auf dem iMac synce ich die ganze iTunes-Mediathek mit MP3s und Fotos. Hätte nie gedacht, dass dies so problemlos funktioniert! Für mich das absolute Highlight des iPhones sind die Fotos. iTunes optimiert doch tatsächlich automatisch beim Syncen die Fotos in Format und Grösse für das iPhone und wie brillant und schnell die Fotos auf dem iPhone dargestellt werden muss man einfach erlebt haben, ein Meilenstein! Ich habe zur Zeit 1600 Fotos auf dem iPhone und das macht so riesig Spass, dass dies alleine den Kauf wert ist!

iPhone gross

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8 Antworten auf iPhone im Alltag

  1. rouge sagt:

    Wenn ich das so lese beginn ich mich gerade wieder zu nerven. Ich wünsch Dir noch viel Spass mit dem Teil 😉

  2. Paddy sagt:

    Mit anderen Worten, du würdest ein Telefon, das in den telefontypischen Gebieten eher durchschnittlich ist, jederzeit wieder kaufen, weil es so toll Fotos darstellen kann?

  3. rouge sagt:

    Paddy das ist ein Handy. Wer bitte will mit sowas in erster Linie telefonieren?

  4. Tom sagt:

    @Paddy ja, das kann man überspitzt so sagen, aber natürlich kommen die tolle Verarbeitung und vor allem die m.E. wegweisende Benutzerführung mit der tollen grafischen Umsetzung hinzu. Ich denke, das wird man erst richtig realisieren, wenn es alle kopiert haben und das Gefühl, in der WiFi-Zukunft richtig Spass zu haben ist auch nicht ohne. Auch wenn ich bis dahin vermutlich mit Nachfolger Nummer 3 hantiere 🙂

  5. Reto sagt:

    Mein Freund

    Zeit, dass ich mich hier auch mal melde. Hast ja recht – es hat ZU lange gedauert, bis ich diesen Eintrag auf deinem Ardblog entdeckt habe. Aber es hat ganz einfach damit zu tun, dass ich in den letzten Tagen einerseits mein neues MacBook Pro bekommen und dann noch die anderen 2 Kisten auf Leopard migriert hab. Da ist man ein Weilchen „weg vom Schuss“. OK OK, die Ausrede ist fade, war aber ein Versuch wert.

    Danke für deinen Erfahrungsbericht. Sehr hilfreich, echt! Ich bin mir zwar nach wie vor nicht sicher, ob ich mir auch so’n Teil aus den USA besorgen soll, aber ein gewisser nicht wegzuredender Neidfaktor ist da 😉

    Aber jetzt vergnüg ich mich erst mal weiter mit dem neuen Apfel-Buch – das hätte eigentlich auch einen ausführlichen Blog verdient!

    Liebe!
    Dein Freund (diesmal ohne „h“)

  6. Tom sagt:

    Du hast ein neues MacBook Pro! Das ist vermutlich so ziemlich das Einzige was mir, computertechnisch gesehen, noch zu meinem Glück fehlt. Da wünsch ich dir natürlich den Himmel auf Erden und vor allem gutes Musizieren mit dem Teil!

  7. Michi sagt:

    Danke für den tollen Beitrage. War echt interessant und verleiht meinem Post neue Horizonte

  8. leu sagt:

    Oh, ich hab schon lange so eine Tasche für im Sommer meine Sachen reinzupacken. Nur halt noch kein iPhone. 🙂

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